Die Liste der Inhaltsstoffe im grünen, schwarzen und weißen Tee ist sehr umfangreich. Der Verbraucher kennt die meisten Substanzen von anderen Genuss- oder Lebensmitteln, wie zum Beispiel das Koffein, früher auch Tein genannt. Es handelt sich dabei um die chemisch identische Substanz. Das Koffein im Tee hat allerdings andere Wirkungen als das Koffein im Kaffee. Koffein im Kaffee wird vom Körper sehr schnell und in höherer Menge aufgenommen. Die Aufnahme von Koffein aus dem Tee erfolgt dagegen langsamer, und die aufmunternde Wirkung hält somit länger vor. Allerdings wirkt schwarzer oder grüner Tee nur aufmunternd, wenn Sie ihn maximal drei bis vier Minuten ziehen lassen. Anstatt Herz und Kreislauf stark zu beeinflussen, regt es die Durchblutung und den Stoffwechsel des Gehirns sanft an. Somit wirkt sich der Genuss von Tee positiv auf das Gehirn und zentrale Nervensystem aus. Kurz: Eine Tasse Tee zur rechten Zeit verbessert Ihre Konzentrationsfähigkeit bzw. intellektuelle Leistung.
Zudem ist der Koffeingehalt in einer Tasse Kaffee um ca. 50 Prozent höher als im Tee.
Ziehzeiten über vier Minuten führen dazu, dass sich Koffein an Gerbstoffe im Tee bindet und somit für den Körper nicht mehr verfügbar ist. Tee wirkt dann nicht mehr anregend, sondern beruhigend auf den Magen- und Darmtrakt.
Weitere Inhaltsstoffe sind Gerbstoffe (Tannine), die die oben beschriebene beruhigende Wirkung auf den Magen und Darm haben, und:
- ätherische Öle (verantwortlich für Geruch und Geschmack)
- Fluor (karieshemmend)
- Kalium (aktiviert körpereigene Enzyme)
- Mangan (senkt den Blutzuckerspiegel)
- Theophyllin (steigert die Kontraktionskraft des Herzens, wirkt gefäßerweiternd, entwässernd)
- Theobromin (wirkt entwässernd)
- Vitamine (B-Vitamine, steigern die Vitalität)
Edgar Wallace überquerte niemals den Ärmelkanal ohne eine silberne Teemaschine mit allen nötigen Utensilien. Der Meister des Kriminalromans konnte offensichtlich ohne Tee keine gescheite Story aushecken. Wir vermuten, dass Mr. Wallace schwarzen Tee bevorzugte. Aber im Gegensatz zum Kaffee gibt es keine Belege, dass zu viel Tee - von welcher Sorte auch immer - schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte.
Die Hauptwirkstoffe im grünen, schwarzen und weißen Tee sind das Koffein und die Gerbstoffe. Diese variieren jedoch sehr. So ist der Koffeingehalt im Durchschnitt in schwarzem Tee niedriger als in grünem. Das Koffein im Tee gilt – wie schon beschrieben – als sehr förderlich für die allgemeine intellektuelle Leistungsfähigkeit, was Mr. Wallaces Vorliebe für Tee erklären dürfte.
Des Weiteren variieren auch die Gehalte an Gerbstoffen sehr. Diese Gerbstoffe sind deshalb so interessant, weil sie in den letzten Jahren durch massive Forschungsergebnisse für den hohen gesundheitlichen Nutzen von Tee verantwortlich gemacht werden. Eine besondere Stoffgruppe der Gerbstoffe, die Polyphenole bzw. Flavonoide, finden hier große Beachtung.

Teeforschungsinstitut in Sri Lanka
Die Anteile von antioxidativ wirksamen Polyphenolen im Tee sind jedoch sehr unterschiedlich verteilt. Den höchsten Polyphenolgehalt kann weißer Tee vorweisen. Dieser liegt etwa doppelt so hoch wie im grünen Tee. Dieser enthält wiederum höhere Anteile als schwarzer. Allerdings sind im schwarzen Tee andere Flavonoide enthalten als im grünen und weißen. Das liegt an der Fermentation des schwarzen Tees. Dadurch verbinden sich einige Flavonoide miteinander. Wissenschaftler gehen davon aus, dass insgesamt etwa die gleiche Menge an Flavonoiden sowohl bei Genuss des grünen als auch des schwarzen Tees in den Körper gelangen. Lediglich bei weißem Tee geht man hier von noch höheren Mengen aus.
Es kann davon ausgegangen werden, dass alle drei Teearten (weiß, grün, schwarz) antioxidative Wirkung haben, grüner und weißer Tee jedoch wirksamer sind.


