Die Japaner sind ein Volk, das das Teetrinken zu einer Kunstform erhoben hat. Eine japanische Teezeremonie hält man nämlich nicht ab, weil man durstig ist oder gerade ein wenig Leerlauf im Job hat, sondern als Weg zur geistigen Reinheit und vollkommenen Harmonie. Das Teetrinken wird also zugunsten der Zeremonie völlig in den Hintergrund gerückt.
Auf dem Boden sitzend bereitet der Zeremonienmeister den Tee für die Gesellschaft vor. Bis eine Tasse Tee fertig ist, kann eine halbe Stunde vergehen - also nichts für Hektiker.
Fast jeder Handgriff während der Zeremonie hat eine symbolische Bedeutung, die (24 verschiedenen) Utensilien für die Zubereitung haben eine traditionelle Anordnung.
Im Zentrum der rituellen Handlung steht eine Teeschale mit dem pulverisierten grünen Tee Matcha. In einem komplizierten Ritual füllt der Zeremonienmeister heißes Wasser zu dem hellgrünen Pulver und rührt das Gemisch mit einem Bambusbesen schaumig. Jedes dieser äußeren Rituale hat eine Entsprechung auf der geistigen Ebene der Teilnehmer.
Die vier Grundsätze des Teeweges sind:
Wa: Harmonie des Menschen mit sich und der Natur
Kei: Hochachtung und Ehrfurcht
Sei: Reinheit
Jaku: Innere Stille und heitere Gelassenheit
Die Wurzeln dieses japanischen "Teewegs" liegen übrigens im Buddhismus. Ursprünglich wurde er als Übungs- und Erkenntnisweg innerhalb des Zen begangen.


